Brauche Hilfe bei der Überholung vom OM 352
#1

Hallo Leute,

am Samstag ist mein Trac leider in Rauch aufgegangen (zum Glück keine Flammen). Am Auspufftopf sind 3 der 4 Abgasrohre an den Schweißnähten abgerissen und das Abgas hat sich in alle Richtungen verteilt. Dementsprechend sieht's jetzt unter der Haube aus. Habe heute den Topf wieder notdürftig geschweißt damit der Trac wieder läuft. Denke aber nicht, dass es allzulange hält.

Beim Auseinanderschrauben ist mir aufgefallen, dass sich sehr viel Ruß in den Abgaskanälen im Motor abgelagert hat. Das sieht in meinen Augen nicht gut aus. Vielleicht kann ein Sachkundiger das besser beurteilen, ob das "normal" ist.
Dazu kommt, dass er schon immer stark gequalmt hat, vor allem im Standgas. Der Motor braucht auf 1 Betriebsstunde ca. 110ml Öl (ist das noch normal?). Als ich vorhin den Topf eingebaut habe, hab ich auch noch 3l Kühlerwasser nachgefüllt und das ohne dass ich irgendwo eine Leckage bemerkt hätte.

Beim letzen Leistungstest an der Bremse hat er 85PS an der Zapfwelle gebracht. Seitdem sind knapp 200Std mehr auf dem Zähler. Mir hat die Leistung bis jetzt eigentlich ausgereicht, aber ich merke, dass der Trac etwas schwerfällig ist, insbesondere wenn er kalt ist.

Fazit: Ich befürchte, dass der Motor nach über 11.500 Bh so langsam seinem Ende entgegen tuckert.

Ich spiele schon länger mit dem Gedanken, einen Turbo nachzurüsten. Hintergrund ist der, dass ich mal vergleichsweise einen Fendt 395 GTA an meinem Hacker dran hatte und der trotz gleicher Nennleistung und 4 - Zylinder Motor einiges mehr verkraftet hat als mein alter Trac. Beim Trac ist das Problem, dass er im niederen Drehzahlbereich keine Leistung mehr bringt. Sprich, wenn mal viel auf einen Schlag in den Hacker kommt, dann geht er gleich in die Knie und bleibt ab und zu ganz stehen noch bevor die Hackersteuerung anspricht. Beim Fendt ist mir das noch nicht passiert. Denke, dass hauptsächlich der Turbo beim Fendt hier den Unterschied macht oder liege ich da falsch?

D.h. mein Plan für den Trac sieht folgendermaßen aus: Motor reinigen und generalüberholen (Kolbenringe, Dichtungen, ggf. Lager, Ventilschaftabdichtungen und Düsen ersetzen, E-Pumpe neu einstellen) und einen Turbolader einbauen. Nach der Überholung würde ich den Motor gerne auf +/- 110PS einstellen. Denkt Ihr das macht Sinn? Will dem alten Knaben auch nicht zuviel zumuten.

Da ich noch nie einen Motor ausgebaut geschweige denn zerlegt habe, wollte ich fragen, ob jemand eine zuverlässige Adresse für so eine "Operation" weiß. Ich würde gerne dabei sein und assistieren (Tupfer, Klemme etc..). Den gängigen Lamabuden hier in der Gegend möchte ich meinen Trac nicht anvertrauen. Wenn mein Kind krank ist würde ich damit auch nicht zum Tierarzt gehen.

Kann leider nicht zum Klönabend kommen, sonst hätte ich da mal die Experten gefragt.

Viele Grüße
Martin


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MB trac - Man sagt, er habe magische Kräfte
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#2

hi
wird leider auf eine Komplett OP rauslaufen wenn du länger Freude dran haben willst.
kannst du selber machen mit einem anständigen WHB und dem passenden Werkzeug,
selbst Kurbelwelle schleifen ist nichst soo teuer, und sämtliche Motoreninstandsetzer bei uns in der Gegend lassen eh beim Huber und Wiessner arbeiten, welcher im Übrigen Top Arbeit abliefert.
ich hätte Verbindung zu einem sehr fähigen LKW Mechaniker vom Benz der jetzt in Rente ist und bestimmt ab und zu Zeit hat von daher wenn du Interesse hast...
gruß uli
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#3

Hallo Uli,

danke für den Tip mit der Fachfirma. Die können mir bestimmt weiterhelfen. Beim Selbermachen ist das halt so eine Sache. Kann ich beurteilen, was verschlissen ist und was nicht, wenn ich zum ersten Mal nen Motor von innen sehe? Ich glaube nein. Schrauben rein und rausdrehen ist nicht das Problem, aber mir fehlt einfach die Erfahrung.

Bevor ich irgendjemand mit meinen Problemen belästige muss ich erst mal schauen, was ich selber machen kann und ob gleich ein Turbolader verbaut wird oder nicht. Aber danke schonmal für das Angebot!! Kann sein ich komm darauf zurück...

Gruß Martin

MB trac - Man sagt, er habe magische Kräfte
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#4

Hallo Martin,

warum baust du nicht den Motor aus und bringst ihn zum Thesen Matthias. Der kann dir bestimmt bestens bei deinem Problem weiterhelfen und evtl. kannst du bei der kompletten Überholung auch dabei sein. Bei der Sache mit dem Turbolader kann er dir bestimmt auch helfen, ich würde einfach mal anrufen.

schöne Grüße aus Hessen Jensm
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#5

Moin
Wir hatten vorletztes Jahr auch das Problem bei unseren 1000er, das der Motor keine Leistung mehr brachte, aber zum Thema Öl-Verbrauch waren es bei uns 2-3 Liter pro Tag wenn er arbeiten musste.

Also ich wollte dir nur schreiben das du den Motor entkernt hinbringen solltest, is noch ne Ecke günstiger.... Kopf, Ölwanne ab, Lima, Anlasser etc. Wenn du dich ran traust dazu.

Gruß Malte
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#6

Servus Martin,

habe an unserem 900er turbo auch erst den Motor gemacht!

Eigentlich wollte ich nur die Kopfdichtung wechseln und dabei auch Ventilschaftdichtugen nachrüsten. Es kam eins zum anderen und schlussendlich haben wir den Motor komplett überholt. Habe aber zu dieser Entscheidung auch den Motoreninstandsetzer hinzugezogen.

Ich sage dir das ist die "Wucht in Dosen". Der geht wie sau, klingt richtig kernig mit wesentlich weniger "klappern" und keinem BlaurauchBig GrinBig Grin

Ich rate dir: Wenn du den Motor schon in Angriff nimmst machs gleich ganz (wenn es der Finanzminister erlaubtWink). Es kostet zwar was, aber die Freude über das Ergebnis ist riesigexclamation

Grüße

Peter
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#7

Hallo Martin,

wenn normalerweise der Leistung deines Tracs ausreicht, würde ich erst der Motor machen. So wie du das schilderst, hat das mehr Erfolg, als ein Turbo nach zu rusten. Rolleyes Wenn es danach nicht ausreicht, kannst du das immer noch relativ einfach tun. Sonst meinst du das du wirklich ein andere Trac hast mit Turbo, obwohl 80% von der gespurte Leistungssteigerung von der Überholung kommt. Wenn ein Fendt 4 Zylinder der Sechsender vom Trac in Grund und Boden reisst, ist was faul.... Big Grin

Groeten,

Benno

Ein fleissige Bauer ist edler als ein fauler Edelmann...
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#8

Hallo Martin,

Benno hat recht: Keine Ladernachrüstung an einem Motor, bei dem nicht klar ist, dass er technisch einigermaßen in Ordnung ist.

Was muss der MBtrac noch schaffen? Steht er noch richtig unter Dampf? Wieviele Stunden ungefähr / Jahr bei welchem Einsatzprofil?

Abhängig von dieser Antwort würde ich von einem Instandsetzungsumfang ausgehen, der dem künftigen Bedarf an der Maschine Rechnung trägt. Für diese "angemessene" Reparatur muss man noch wissen, welchen Zustand die Maschine in den "neuralgischen Punkten" hat. (Matthias wüsste jetzt genau, was ich meine, aber ich denke, Du auch).

Bevor Du aber mit dem Zerlegen beginnst, schau Dir vorher mal die Kompressionswerte der Töpfe an und den Zustand der Einspritzdüsen. Ventile sollte man auch noch mal einstellen und dabei checken, ob der Ventildeckel dicht saß / sitzt.
Daraus lässt sich eine Menge ableiten und manches Große wird vielleicht gar nicht nötig sein.

Der von Dir genannte Ölverbrauch bedeutet 1,57g/kWh und liegt damit noch im tolerierbaren Fenster, allerdings sind 11,5 Kilostunden nicht von der Hand zu weisen.
Deine Bilder sind nur begrenzt aussagefähig, da Ölmotoren auf der Abgasseite nun mal Ruß ausstoßen und abhängig von der Einsatzart (z.B. viel Teillast) kann da mehr oder weniger schwarze Trockenmasse hängen, es sei denn, es wäre keine Trockenmasse, sondern schwarzer asphaltartiger "Klebstoff"...

Eine sinnvolle und angemessene Teilüberholung ist sicher nicht falsch, 110PS ist für den OM352 zudem ein sehr angenehmer Wert, bei dem er sich "wohl fühlt" und sogar seinen niedrigsten spezifischen Verbrauch hat.
Aber wie gesagt, vor dem Zerlegen erst mal messen, prüfen, checken...

FG
Holger

PS: Peter bringt es natürlich schon auf den Punkt und allzugern würde ich ihm in seiner Argumentation zu 100% folgen, denn die Philosophie "do it once, do it right" ist nicht die schlechteste, aber es hängt auch ein bisschen mehr dran, als in der Portokasse rumliegt...

406.120 '72, 440.161 '75, 440.167 '83

Die 3 MBtrac-Grundsätze:
1.) Ein MBtrac ist zwar nicht alles, aber ohne MBtrac ist alles nichts!
woraus folgt:
2.) Ein Leben ohne MBtrac ist möglich - aber sinnlos...
doch zum Glück für die vielen Nicht MBtrac Besitzer:
3.) Nur wer einen MBtrac besitzt, weiß, was allen anderen fehlt...

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#9

Hallo Martin,

zu Deinem eigentlichen Problem mit dem Motor kann ich Dir leider nicht viel sagen, außer dass Du nach einer Motorüberholung den Unterschied zum jetzigen Zustand deutlich merken wirst. Wir haben diesen Winter auch einen Motor überholt.

Ist natürlcih alles auch eine Kostenfrage...

Noch eine kleine Anmerkung zu Deinem Vergleich mit dem Fendt 395 GTA; der 395 GTA hat nach meinem Wissen ein 6-Zylinder Saugmotor mit einer Leistung von 115 PS und keinen 4-Zylinder mit Turbo. Den 4-Zylinder Turbo-Motor hat der 380 GTA Turbo mit 95 PS.


Gruß Andy
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#10

Hallo Leute,

danke für Eure Meinungen und Beiträge. Das bekräftigt mich, den Schritt zur Generalüberholung zu wagen. Werde am Wochenende das WHB mal studieren und dann entscheiden, ob ich den Ausbau selber vornehmen kann.

Den Turbo wollte ich aus zwei Gründen gleich mitmachen:
- ich verspreche mir einen besseren Drehmomentverlauf (korrigiert mich wenn ich falsch liege) und weniger ungeplante Stops beim Hacken
- der Abgaskrümmer ist im Moment zwar geschweißt und hält dicht, muss aber irgendwann erneuert werden. Dann würde ich gleich in einen neuen für den Turbobetrieb investieren.

Danke Holger auch für Deine Meinung. Wie schon bereits geschrieben bin ich nicht erfahren genug um beurteilen zu können, was bereits verschlissen ist und was noch so bleiben kann (so z.B. die Düsen). Der Trac muss vor dem Hacker schon schuften (ich übrigens auch, vielleicht sollten wir beide uns gegenseitig etwas zurück nehmen ;-)). Ansonsten läuft er meist nur auf Teillast / Standgas bei Frontladerarbeiten, Holz rücken, Silieren... Ich arbeite (leider) nur ca. 100 Std. mit ihm im Jahr. Die schwarzen Rückstände waren trocken und man konnte sie mit einer feinen Drahtbürste rückstandslos entfernen.

@ Andy: Danke für den Hinweis! Der Fendt hat 95PS und nen 4-Zylindermotor. Dachte, dass sich die Typennummer daraus ableitet, aber dann hab ich da wohl falsch gedacht. Klar, wenn es der 6-Zyl. mit 115PS wäre dann würde ich mich nicht zu wundern brauchen.

Bin gespannt wie sich der überholte Motor "anfühlt"...

Gruß Martin

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#11

Moin Martin,

Vielleicht Interessant für dich?
Zitat:A-Schalldämpfer f. MB-trac 1000, 200,- EUR;Tel. 0170-5101953
Bayerisches Landw. Wochenblatt 9


Ich würde es wie Benno schrieb machen, erst den Motor überholen und dann schauen wie man mit der Leistung hinkommt...
Der Turbo ist dann immer noch schnell nachgerüstet...

Gruss Hartmut admin

MBtrac, alles andere ist Behelf!
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#12

erst mal an alle: Freue mich, dass Ihr mir alle so treu mit Rat und Tat zur Seite steht!

Denke, Ihr habt recht, lieber jetzt den Motor ordentlich herrichten und notfalls das Budget für die Komplett-Überholung aufbrauchen als eine halbherzig durchgeführte Leistungsanpassung mit Kompromissen in der Lebensdauer. Der Topf müsste für meine Verhältnisse wieder eine Weile halten, bis dahin sollte der Motor überholt werden können und die sich hoffentlich einstellende Leistungssteigerung getestet werden können. Wenn's ausreicht finde ich bestimmt auch noch einen gebrauchten Topf.

Erlaubt mir trotzdem noch eine Frage zum Turbolader: Wie klingt der Motor mit Lader im Vergleich zu ohne? Mir gefällt die "Musik" meines Tracs nämlich im Moment so wie sie ist. Insbesondere die Laufgeräusche bei Standgas haben eine total beruhigende Wirkung auf mich. Meine Familie würde es mir danken, wenn's so bleibt! (nicht ganz ernst gemeint ;-))

Gruß Martin

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#13

Hallo Martin,

richtige Entscheidung! Wenn der Krümmer sich nach 50 Stunden entgultig verabschiedet bist du schon ein halbes Jahr weiter.... Big Grin Und auf der Zeitpunkt ist ein Turbolader zügig nachgerustet. Und erst dann spurst du denn Unterschied!

Wie weit bist du handwerklich begabt? Der Überholung wäre ein schöne Angelegenheit dein Fähigkeiten zu erweitern! Düsen ausbauen würde hochstwahrscheinlich kein Problem darstellen, testen eh, vonwegen fehlendes Testgerät. Einfach ins Auto und zur LaMa-Werkstatt. Das testen ist dort nur ein Kleinigkeit, und in ein halber Stunde erledigt. (Gut zugucken, und schon wieder was gelernt! Cool ), und auf der Heimweg der Kompressionsmesser mitnehmen nicht vergessen... (Freundliche Leihgabe von der Werkstatt. Wink )
Das Werkstatthandbuch wäre dein treue Begleiter auf den Weg, und wenn du bei Verschleissbeurteilung hilfe brauchst, ist vielleicht ein Kumpel, oder sogar ein Forumsmitglied in der Nähe, der kurz gucken will.

Wenn für die Arbeiten aufs Feld ein andere Trecker zur Verfügung steht, und der Trac trocken in der Halle stehen kann, würde ich es in dein Fall selber erledigen!

Groeten,

Benno

Ein fleissige Bauer ist edler als ein fauler Edelmann...
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#14

Hallo Martin,

kann mich hier wieder nur Benno anschließen.
Wenn Düsen und Kompression noch in Ordnung gehen und, wie Du schriebst, der Ruß auf der Abgasseite nicht verklebt ist, muss er vielleicht doch noch nicht auseinander und bei 100h/a sind daraus gewonnene vielleicht 1.000 Stunden immerhin 10 Jahre.
Wenn allerdings die Kompression nicht mehr passt, dann sollte er gemacht werden. Wie gesagt: Vor der Kompressionsmessung unbedingt die Ventile einstellen!

Natürlich hast Du mit dem aufgeladenen Motor einen besseren Drehmomentverlauf, als mit dem Sauger und obendrauf sogar noch einen kleinen Verbrauchsvorteil, aber dann sollte der Motor wirklich in Ordnung sein.
Von daher ist die von Benno vorgeschlagene Reihenfolge ein praktikabler Weg, der Dir auch keine unnötige Zusatzarbeit macht.

FG
Holger

406.120 '72, 440.161 '75, 440.167 '83

Die 3 MBtrac-Grundsätze:
1.) Ein MBtrac ist zwar nicht alles, aber ohne MBtrac ist alles nichts!
woraus folgt:
2.) Ein Leben ohne MBtrac ist möglich - aber sinnlos...
doch zum Glück für die vielen Nicht MBtrac Besitzer:
3.) Nur wer einen MBtrac besitzt, weiß, was allen anderen fehlt...

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#15

Hallo Benno & Holger,

die Düsen hätte ich jetzt einfach mal getauscht ohne die alten zu prüfen. Einspritzdüsen sehe ich mehr oder weniger als Verschleißteile an, sind von den Kosten her bestimmt auch nicht der größte Faktor.
Muß ich dafür die EP ausbauen und mit den neuen Düsen zusammen beim Bosch Dienst abdrücken lassen?
Wie misst man die Kompression und vor allem wo?
Wie stellt man Ventile ein? Gibt's da Meßlehren oder anderes Spezialwerkzeug dazu oder kann man das mit einer "normalen" Werkstattausrüstung auch machen?

Danke & Gruß
Martin

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